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Riedenpassage wird Gesundheitszentrum

Die Tür steht offen! Silke Delicat und Dietmar Benter, die beiden Vorsitzenden des Syker Kneippvereins, würden die Riedenpassage gern zu einer Art Gesundheitszentrum machen. Zum Oktober zieht der Kneippverein dort mit einem Kurs- und Seminarraum sowie mit seiner Geschäftsstelle ein. Und weitere Räume für passende andere Angebote sind oder werden demnächst frei. © Michael Walter

Syke – Wenn aus einer Idee nichts wird, ist das zuerst mal doof für den, der sie hatte. Manchmal ergibt sich daraus aber eine andere, vielleicht sogar bessere Idee. Beim Kneippverein sieht es so aus, als könnte genau das dabei herauskommen. Im Ergebnis würde sich die Riedenpassage an der Hauptstraße damit in ein Gesundheitszentrum verwandeln. Die ersten Schritte auf diesem Weg sind schon getan.
„Ein eigenes Kneipp-Zentrum, wo wir alles zentral anbieten können!“ Das ist die ursprüngliche Idee gewesen, die die Vorsitzenden Dietmar Benter und Silke Delicat umtrieb. Wessels Hotel hatten sie dafür im Auge gehabt. „Aber das hätten wir kaufen müssen, und das wäre für uns gar nicht machbar gewesen“, sagt Dietmar Benter. Und so rückte ein anderes Objekt an der Hauptstraße in den Fokus: die Riedenpassage. Das ehemalige Restaurant im Obergeschoss steht leer – zuletzt war dort ein Bildungszentrum für Langzeitarbeitslose drin – , das Yoga-Studio gegenüber hatte gekündigt, und die Büroräume dazwischen werden zum Jahresende frei. Auch das hat sich aber zerschlagen. Es gibt keinen Fahrstuhl, und unsere älteren Mitglieder würden die Treppe nicht schaffen“, sagt Benter. Also wieder neu planen: Immer noch in der Riedenpassage, aber eine Nummer kleiner. Zum Oktober übernimmt der Kneippverein dort jetzt zwei Ladenlokale im Erdgeschoss. Eins stand bereits leer. Dort richtet der Kneippverein gerade einen Kurs- und Seminarraum ein. Für Workshops, Selbsthilfegruppen und Ähnliches. Das zweite Lokal wird gegenüber gerade frei, weil die Betreiberin des Buchladens dort in den Ruhestand geht. Da zieht der Kneippverein mit seiner neuen Geschäftsstelle ein. „Die brauchen wir“, sagt Benter. „Speziell unsere älteren Mitglieder sind nicht sehr internetaffin. Die hätten gern persönliche Ansprechpartner.“ An sechs Tagen die Woche soll geöffnet sein. Zwar nicht durchgehend, aber immerhin. Um die 4 000 Euro muss der Verein für die Umgestaltung der Räume in die Hand nehmen. „Und wenn wir noch 2 000 mehr gehabt hätten, hätten wir auch einen vernünftigen Teppich bekommen“, sagt Benter. Er hat den neuen zwar selbst ausgesucht, ist aber nicht so richtig zufrieden damit. Kann sich der Verein so eine Aktion mitten in der Corona-Krise überhaupt erlauben? Benter: „Corona hat gezeigt, dass die Menschen ein großes Interesse an Bewegung und Natur haben. Wir möchten hier zeitgemäße Angebote machen, die dem Gesundheitsbedürfnis der Menschen entgegenkommen. So, dass es sich für uns lohnt und wir unsere Ausgaben wieder refinanzieren können. Und so, dass wir mittelfristig auch den Altersdurchschnitt unserer Mitglieder deutlich senken können.“ Die Riedenpassage ist für Dietmar Benter dazu praktisch ideal: Mitten in der Innenstadt und damit leicht zu erreichen. Und wenn es ihm gelingt, tatsächlich ein Gesundheits-Zentrum daraus zu machen, werde umgekehrt auch die Innenstadt von so einem Frequenzbringer profitieren, glaubt er. Ganz unrealistisch ist das nicht. Die freien oder frei werdenden Räume bieten die Möglichkeit dafür. Und die Idee an sich scheint durchaus ihren Reiz zu haben. Erstes Indiz: „Das Yoga-Studio bleibt jetzt doch“, sagt Benter. Er glaubt: Mit einem attraktiven Gesundheitsangebot könne der Kneippverein Menschen von auswärts nach Syke ziehen. „Bremen hat gar keinen Kneippverein mehr“, weiß er. „Und im restlichen Umland gibt es auch kaum noch welche.“ Weil viele das Klischee nicht losgeworden sind, glaubt er. „Kneipp ist was für alte Leute, hat man doch immer gesagt. Das stimmt aber gar nicht. Viele Vereine sind nur mit ihren Angeboten auf dem Stand von früher stehen geblieben. Und das hat sie kaputtgemacht. Da gab’s dann keine Nachfolger mehr. Das wollen wir verhindern.“ Zum Beispiel, indem man Kneipp-Angebote stärker im Stadtbild sichtbar macht. Und Benter hat noch eine weitere Idee: „Eine Kneipp-Herberge. Ein kleines Haus mit wenigen Zimmern, wo Kneipp-Gäste von außerhalb übernachten können.“