2020
2019

Kneipp-Garten – Eine Oase der Ruhe

Der Kneipp-Garten am Hoyaer Berg in Syke steht jedem offen 
und soll Endpunkt eines Rundweges werden


Leuchtende Kapuzinerkresse, Lavendel und Oregano sind nur 
einige der Kräuter, die im Kneipp-Garten blühen. 
Diese „Oase der Ruhe“ stehe allen offen, sagt Dietmar Benter.
SARAH ESSING



Syke. Die Einheit von Körper, Geist und Seele. Die steht im Mittelpunkt des Gesundheitskonzeptes, das Sebastian Kneipp vor 150 Jahren erstellte. Im kommenden wird der 200. Geburtstag des gesundheitsbewussten Priesters gefeiert. Dies nimmt der Syker Kneipp-Verein zum Anlass, ein Geschenk zu entwickeln, das allen Sykern und Besuchern zugutekommt: ein Kneipp-Rundwanderweg mitten durch die Stadt. Das biete sich geradezu an, ist der Vorsitzende des Vereins, Dietmar Benter, überzeugt. Darüber, wie dieser Weg aussehen könnte, hat sich der Verein bereits seine Gedanken gemacht.Im Mittelpunkt sollen die fünf Säulen stehen, auf denen die Kneipp'sche Lehre basiert: Wasser, Ernährung, Pflanzen, Bewegung und Balance. 
Mit dem Wasser würde der Weg am Mühlenteich beginnen, sagt Benter. "Dort steht bereits das Kneipp-Becken", unterstreicht er. Weitere Angebote in und am Wasser könnten noch ergänzt werden – wie zum Beispiel auch Trinkwasserstellen oder Wasserspiele für Kinder. "Ideen gibt es reichlich", sagt der Vereinsvorsitzende. Wie etwa eine Fitnessecke im Mühlenpark oder ein Barfußpadd.

Ab zum ersten Becken in Syke. Die Säulen Ernährung und Bewegung werden quasi "auf dem Weg" mit einbezogen. So ein Spaziergang durch die Stadt ist Bewegung, die jeder in seinem eigenen Tempo absolvieren kann. Und für die Ernährung sucht Benter noch Unterstützer in der heimischen Gastronomie. 
So könnte er sich gut einen "Kneipp-Teller" auf der  Speisekarte in einem der Restaurants vorstellen. "Oder auch einen regionalen Teller mit heimischen, saisonalen Produkten", so Benter. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit und Achtsamkeit mit sich selbst, aber auch mit der Umwelt. Und so plant der Kneipp-Verein eine gemeinsame Aktion mit dem Klima-Aktions-Bündnis.

"Weiter geht es dann entlang der Hache bis zum Hochbeet am Europagarten", führt Benter aus. Dort sollen die Kneipp-Wanderer mehr über die heilende Kraft von Pflanzen erfahren, zum Beispiel in einem Kräutergarten. Dabei könne er sich auch gut eine Kooperation mit der Europa-Union vorstellen. Entlang der Hache geht es in Richtung Kreismuseum. "Dort stand früher mal das erste Kneipp-Becken in Syke", berichtet er. Der genaue Standort muss allerdings noch erforscht werden. Das steht noch auf der To-Do-Liste des Vereins, ebenso wie die Sponsorensuche für Info-Tafeln entlang des Weges.

Durch das Friedeholz würde der Weg quer durch den Wald gehen, am Vorwerk vorbei, bis man schließlich im Kneipp-Garten in der Kleingartensiedlung am Hoyaer Berg erreicht. "Und das kann dann der Endpunkt sein", sagt Benter. Der Garten steht jetzt schon allen Bürgern zur Verfügung, betont er zudem. Eine "Ruhe-Oase", in der man "Dinge entdecken kann, die gut und positiv sind", wie Benter sagt. Inmitten von sattem Grün leuchten die bunten Blumen der Insektenwiese, auf denen sich Bienen, Hummeln und Schwebfliegen tummeln. Mehrere Kräuterbeete verlocken zum Riechen, Fühlen und Schmecken. Ja, betont Benter, von ihnen darf ebenso gern gekostet werden wie von den Obstbäumen und -sträuchern. Bänke und Sitzecken laden zum Verweilen und Pausieren ein. 

Nicht nur nach einem vielleicht langen Spaziergang durch die Stadt, sondern immer. "Der Garten ist ein Ort um sich hinzusetzen, zu schauen, um ein Stück wieder in die eigene Balance zu kommen", sagt Benter. Ganz im Sinne von Kneipp, dessen Konzept vom Einklang von Körper, Geist und Seele auch vor dem Hintergrund moderner Zivilisationskrankheiten und Umweltproblemen aktueller denn je erscheint.Gepflegt wird der Garten von den Mitgliedern des Syker Kneipp-Vereins, und es gab großzügige Unterstützung seitens der Hachestadt. Sie half unter anderem beim Anlegen der Beete und auch das Hochbeet wurde von Mitarbeitern der Stadt gebaut. "Die Zusammenarbeit mit Angelika Hanel funktioniert einfach bestens", ist Benter dankbar für den unkomplizierten Beistand durch die Stadtbiologin. Auch aus diesem Grund wolle der Kneipp-Verein der Stadt gern etwas zurückgeben. 

"Syke könnte eine Kneipp-Stadt werden", ist er überzeugt. Immerhin ist der Syker Kneipp-Verein mit seinen mehr als 300 Mitgliedern der einzige im Umkreis von gut 30 Kilometern. Die nächsten befinden sich in Sulingen und Bremen. Das in Verbindung mit einem Kneipp-Rundwanderweg könnte sich auch für die touristische Vermarktung als wertvoll erweisen.Für die neue Sammelmappe des Stadtmarketings (wir berichteten) ist eine Karte mit dem Kneipp-Wanderweg mitten durch die Stadt bereits in Vorbereitung. 
Nun wünscht sich Benter nur noch eins: mehr Kooperation mit anderen Vereinen. Dass man sich gemeinsam überlegt, was man zusammen machen kann", sagt er, denn er ist auch überzeugt: 
"Wir könnten gemeinsam viel mehr schaffen."

Syker Kurier, 27. Juli 2020

Böttcher macht nach 15 Jahren Schluss

Syke – 15 Jahre lang hat Heinz-Hermann Böttcher Kurzwander-Gruppen monatlich durch Syke geführt. 
Das tat er für den Kneipp-Verein Syke, der nun mitteilt, dass Böttcher nach einer Tour durch den Edgar-Deichmann-Park am vergangenen Freitag, „überraschend“ von seinem Engagement zurückgetreten sei. 
Gesundheitliche Gründe hätten Böttcher zu diesem Schluss bewogen. In Zukunft werde er nicht nur vielen Menschen fehlen, die die nur 60 Minuten dauernden Führungen vermissen werden, sondern auch der Singgruppe des Kneipp-Vereins. 
Da diese durch das Corona-Virus derzeit ohnehin nicht proben könne, habe Böttcher den Moment genutzt, auch dabei für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger Platz zu machen. Bei den Kurzwanderungen sei jetzt schon klar, dass Dietmar Benter diese Rolle in Zukunft füllen werde.

Quellenangabe: Kreiszeitung Syke/Weyhe/Stuhr vom 15.06.2020

„Diese Ruhe!  Dieser Blick!“


Kneippverein geht unter die Schrebergärtner und hat noch mehr Ideen für 2021

Manchmal sind es diese kleinen Zufälle, die eine Entwicklung ins Rollen bringen: Als Dietmar Benter neulich mit der Volkshochschule über das Kleingartengelände am Hoyaer Berg spazierte, waren gerade zwei Parzellen frei. Und jetzt ist der Syker Kneippverein unter die Schrebergärtner gegangen.
Syke - „Ich kannte das Gelände vorher gar nichf, sagt der Vorsitzende des Kneippvereins. Für den 66-Jährigen war dieser geführte Rundgang so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Deshalb hatte er auch nicht lange überlegt und die beiden nebeneinander liegenden Parzellen sofort gepachtet. Eine für sich selbst, die andere für den Verein. „Das ist einfach schön, hier oben“, gerät er geradezu ins Schwärmen. „Diese Ruhe! Dieser Blick!“ Eine Gartenbank auf einer der beiden Parzellen ist Benters neuer Lieblingsplatz. Sie steht quasi mitten auf der Hügelkuppe und bietet eine Sichtachse bis zur gegenüberliegenden Seite des Hachetals. Mit dem Kirchturm als Blickfang.
Aber was soll das Ganze überhaupt? Wozu braucht ein Kneippverein einen Kleingarten?
„Weil es dem kneippschen Gedanken enspricht“, sagt Benter. „Das Kneipp-Prinzip ruht auf vier Säulen“, erklärt er. „Wasser, Bewegung, Kräuter, sowie Ruhe und Struktur. Die kann man hier alle in seinen Tagesablauf einbauen. Man kann einen Spaziergang hierher machen oder mit dem Rad fahren, dann etwas im Garten muddein. Zum Beispiel Kräuter pflanzen oder etwas ernten und etwas davon zum Mittagessen mrtnehmen. Und zwischendurch kann man sich mal auf die Bank setzen und die Umgebung genießen.“ Fehlt also bloß das Wasser. „Nö“, sagt Benter. „Wasseranschluss ist vorhanden. Man kann sofort kalte Güsse machen.“
Klar ginge da noch mehr. Ein Armbecken möchte Benter gerne aufbauen. „Wir könnten auch einen großen Bottich zum Wassertreten aufstellen. Es muss ja nicht gleich ein richtiges Kneipp-Becken werden, wie unten am Mühlenteich.“ Schließlich will sich der Verein auch nicht selbst Konkurrenz machen. Aber vielleicht einen neuen Weg beschreiten.
„Kneipp ist die Grundlage von dem, was heute überall unter dem Begriff Wellness läuft“, erklärt Benter. „Nahezu alle Wellness-Programme basieren auf der gleichen Idee. Das einzige Problem für uns dabei ist Kneipp gilt als antiquiert.“ Zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, meint Dietmar Benter. „Obwohl ich das Gefühl habe: Das kommt langsam wieder.“
Der Blick auf die Entwicklung seines eigenen Vereins stimmt ihn optimistisch. „Wir haben aktuell um die 300 Mitglieder. Die meisten sind Ü70, aber das verjüngt sich gerade wieder. Wir haben letztes Jahr einige neue Mitglieder aus der U60 dazu bekommen.“
Nicht zuletzt, weil der Syker Kneippverein inzwischen ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt ist. Benter: „Wir sind mittlerweile der einzige weit und breit. In den Nachbargemeinden haben die Kneippvereine überall nach und nach dicht gemacht. 
Die nächsten sind in Delmenhorst und Hoya. Entsprechend groß ist unser Einzugsgebiet.“
Trotzdem - und das sagt Dietmar Benter an dieser Stelle nicht - hätte es auch den Syker Kneippverein fast erwischt, wäre er, Benter, nicht gewesen. Hätte er im Januar nicht für den Vorsitz kandidiert, wäre die Vereinsauflösung wahrscheinlich unvermeidlich gewesen.
„Ich möchte Kneipp ins Bewusstsein der Stadt bringen“, sagt Benter. Die Zeit dafür ist günstig: 2021 hätte Pfarrer Sebastian Kneipp seinen 200. Geburtstag. „Bis dahin würde ich gerne einen Kneipp-Rundweg durch Syke anlegen. Vom Becken am Mühlenteich zum Schrebergarten und auf einem anderen Weg wieder zurück. Vielleicht kann man irgendwo in der Stadt auch einen Kräutergarten anlegen“, überlegt Benter. „Ich würde auch gerne die Gastronomie in der Stadt dazu bewegen, ein Kneipp-Menü anzubieten.“
Ideen hat er genug. Benter weiß aber seine Rolle und die seines Vereins richtig einzuschätzen. „Letztlich sind wir nur ein kleiner Teil des Ganzen“, sagt er. „Wir möchten aber gerne unseren Teil dazu beitragen, für Syke ein attraktives Angebot zu machen.“

Kneipp hätte an Syke seine helle Freude


Kneippverein geht unter die Schrebergärtner und hat noch mehr Ideen für 2021

Manchmal sind es diese kleinen Zufälle, die eine Entwicklung ins Rollen bringen: Als Dietmar Benter neulich mit der Volkshochschule über das Kleingartengelände am Hoyaer Berg spazierte, waren gerade zwei Parzellen frei. Und jetzt ist der Syker Kneippverein unter die Schrebergärtner gegangen.
Syke - „Ich kannte das Gelände vorher gar nichf, sagt der Vorsitzende des Kneippvereins. Für den 66-Jährigen war dieser geführte Rundgang so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Deshalb hatte er auch nicht lange überlegt und die beiden nebeneinander liegenden Parzellen sofort gepachtet. Eine für sich selbst, die andere für den Verein. „Das ist einfach schön, hier oben“, gerät er geradezu ins Schwärmen. „Diese Ruhe! Dieser Blick!“ Eine Gartenbank auf einer der beiden Parzellen ist Benters neuer Lieblingsplatz. Sie steht quasi mitten auf der Hügelkuppe und bietet eine Sichtachse bis zur gegenüberliegenden Seite des Hachetals. Mit dem Kirchturm als Blickfang.
Aber was soll das Ganze überhaupt? Wozu braucht ein Kneippverein einen Kleingarten?
„Weil es dem kneippschen Gedanken enspricht“, sagt Benter. „Das Kneipp-Prinzip ruht auf vier Säulen“, erklärt er. „Wasser, Bewegung, Kräuter, sowie Ruhe und Struktur. Die kann man hier alle in seinen Tagesablauf einbauen. Man kann einen Spaziergang hierher machen oder mit dem Rad fahren, dann etwas im Garten muddein. Zum Beispiel Kräuter pflanzen oder etwas ernten und etwas davon zum Mittagessen mrtnehmen. Und zwischendurch kann man sich mal auf die Bank setzen und die Umgebung genießen.“ Fehlt also bloß das Wasser. „Nö“, sagt Benter. „Wasseranschluss ist vorhanden. Man kann sofort kalte Güsse machen.“
Klar ginge da noch mehr. Ein Armbecken möchte Benter gerne aufbauen. „Wir könnten auch einen großen Bottich zum Wassertreten aufstellen. Es muss ja nicht gleich ein richtiges Kneipp-Becken werden, wie unten am Mühlenteich.“ Schließlich will sich der Verein auch nicht selbst Konkurrenz machen. Aber vielleicht einen neuen Weg beschreiten.
„Kneipp ist die Grundlage von dem, was heute überall unter dem Begriff Wellness läuft“, erklärt Benter. „Nahezu alle Wellness-Programme basieren auf der gleichen Idee. Das einzige Problem für uns dabei ist Kneipp gilt als antiquiert.“ Zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, meint Dietmar Benter. „Obwohl ich das Gefühl habe: Das kommt langsam wieder.“
Der Blick auf die Entwicklung seines eigenen Vereins stimmt ihn optimistisch. „Wir haben aktuell um die 300 Mitglieder. Die meisten sind Ü70, aber das verjüngt sich gerade wieder. Wir haben letztes Jahr einige neue Mitglieder aus der U60 dazu bekommen.“
Nicht zuletzt, weil der Syker Kneippverein inzwischen ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt ist. Benter: „Wir sind mittlerweile der einzige weit und breit. In den Nachbargemeinden haben die Kneippver-eine überall nach und nach dicht gemacht. Die nächsten sind in Delmenhorst und Hoya. Entsprechend groß ist unser Einzugsgebiet.“
Trotzdem - und das sagt Dietmar Benter an dieser Stelle nicht - hätte es auch den Syker Kneippverein fast erwischt, wäre er, Benter, nicht gewesen. Hätte er im Januar nicht für den Vorsitz kandidiert, wäre die Vereinsauflösung wahrscheinlich unvermeidlich gewesen.
„Ich möchte Kneipp ins Bewusstsein der Stadt bringen“, sagt Benter. Die Zeit dafür ist günstig: 2021 hätte Pfarrer Sebastian Kneipp seinen 200. Geburtstag. „Bis dahin würde ich gerne einen Kneipp-Rund-weg durch Syke anlegen. Vom Becken am Mühlenteich zum Schrebergarten und auf einem anderen Weg wieder zurück. Vielleicht kann man irgendwo in der Stadt auch einen Kräutergarten anlegen“, überlegt Benter. „Ich würde auch gerne die Gastronomie in der Stadt dazu bewegen, ein Kneipp-Menü anzubieten.“
Ideen hat er genug. Benter weiß aber seine Rolle und die seines Vereins richtig einzuschätzen. „Letztlich sind wir nur ein kleiner Teil des Ganzen“, sagt er. „Wir möchten aber gerne unseren Teil dazu beitragen, für Syke ein attraktives Angebot zu machen.“

Der Organisator geht…

2020
2019

Karsten Bödeker 13.01.2019
Der Knepp-Verein bleibt Syke erhalten. Bei der Jahreshauptversammlung wurde der Vorsitzende Manfred Barg verabschiedet. Sein Nachfolger heißt Dietmar Benter.
Erleichterung: Manfred Barg hatte schon vor zwei Jahren nicht weiter als Vorsitzender kandidieren wollen. 
Jetzt ist sein Nachfolger gefunden.
Syke. Der Kneipp-Verein Syke hat einen neuen Vorsitzenden. Dietmar Benter wurde einstimmig als Nachfolger von Manfred Barg gewählt. Der hatte eigentlich schon vor zwei Jahren nicht mehr kandidieren wollen. „Mir ist wichtig, dass ein solcher Verein bestehen bleibt“, meinte Benter. Denn zwischenzeitlich hatten die Kneippianer sich mit dem ernsthaften Gedanken getragen, ihren Verein aufzulösen, weil sich keine Führungsperson finden ließ.
Nun übernahm also Benter, und seine Stellvertreterin Silke Delicat wurde ebenfalls neu gewählt. Barg und den übrigen 60 anwesenden Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung war die Erleichterung anzumerken. Sie war sogar so groß, dass Barg die Wahl durchführte, bevor sich Benter vorstellen konnte. Der nahm das schmunzelnd zur Kenntnis und kommentierte: „Es ist schon erstaunlich, dass ich mit meinen 65 Jahren für eine Verjüngung sorge.“ 
Tatsächlich ist Barg schon 81 Jahre alt und durfte fraglos allein deshalb sein Amt niederlegen. „Das Alter macht sich bemerkbar, es geht nicht mehr so wie mit Mitte sechzig“, so Barg über sein Aufhören.
„Es spricht für Dich, dass Du Dich um einen Nachfolger gekümmert hast“, lobte Heinz-Hermann Böttcher, der nach seiner Laudatio noch ein gemeinsames Lied mit Akkordeonbegleitung anstimmte. Das war passend, denn neben Wandern, Nordic Walking und Radfahren gehört eine Gesangsgruppe zur Kernkompetenz der Kneippianer. Der Rest der Versammlung bestand aus Berichten, Ehrungen und Kaffeetrinken. Dass 60 Gäste, die allermeisten übrigens über 70 Jahre alt, anwesend waren, war angesichts der rund 300 Vereinsmitglieder eine bemerkenswerte Resonanz. 

„Wir haben die Mitgliederzahl über die Jahre gehalten“, blickte Barg zufrieden auf seine Vorstandszeit zurück. Zwölf Jahre, davon sieben als Vorsitzender, war er im Vorstand. „Organisieren ist meine Stärke“, so Barg, denn das war in seinem Beruf als Postbeamter seine Aufgabe gewesen. So wurde er irgendwann mal Schriftführer und landete im Vorstand. Als die damalige Vorsitzende Käthe Rückheim, langjährige Sozialamtsleiterin bei der Stadt Syke, erkrankte, rückte Werner Gläser auf den Chefposten und Barg wurde „Vize“.
Ein typischer Vereinsmensch war Barg in den ersten fünfeinhalb Jahrzehnten seines Lebens nicht gewesen. Ehefrau Anita schon, und als ihr Gatte als noch vergleichsweise junger und vor allem fitter Pensionär mehr Zeit hatte, nahm sie ihn mit zum Kneippen. Das war genau Bargs Ding: Bewegung an der frischen Luft, aber ohne Wettkampf. Hinzu kamen viele Unternehmungen wie Tagesausflüge oder Wochenausflüge. Barg, der Organisator, wuchs Stück für Stück in die Aufgaben hinein, hatte neue Ideen. Als es dann um die offizielle Leitungsaufgabe ging, gab Anita Barg den letzten Anschub. 
„Das kannst Du“, habe sie gesagt, erinnert sich Manfred Barg.
Der wird auch weiterhin die Nordic Walking-Gruppe leiten. „Wenn man es richtig macht, gibt es keinen Sport, bei dem
mehr Muskeln aktiviert werden.“ Barg übernimmt die gemächlichen Walker immer montags und donnerstags, während Jürgen Heinrich sich um die schnelleren Walker am Freitag kümmert. Anwendungen mit kaltem Wasser gehören naturgemäß zum Kneipp-Verein. Daher ist Barg auch besonders stolz, dass während seiner Amtszeit das neue Kneippbecken zwischen Mühlenteich und Hache gebaut werden konnte. Die 26000 Euro habe der Verein fast alleine gestemmt. Am alten Standort gegenüber von Optiker Braune sei das Becken immer verschmutzt worden, auch Scherben seien dort regelmäßig gefunden worden. „Damals habe ich jeden Morgen nachgeschaut, wie es aussieht.“
Zudem boten die Kneippianer Reisen in Deutschlands schönste Ecken und nach Madeira, Portugal und Kreta an. 
Die Organisation der Teilnehmenden vor Ort und der Kontakt zum Reiseunternehmen seien Bargs Aufgabe gewesen. Nachfolger Benter kann somit auf ein Gerüst von Aktivitäten und eine funktionierende Gemeinschaft aufbauen und behutsam neue Ideen einbringen. Vorstandsarbeit kennt er aus dem Bremer Ski-Verein.

Zwei neue Vorsitzende gefunden

Syker Kneippverein: Thema Auflösung ist vom Tisch
Der Syker Kneippverein lebt weiter. Von links: der scheidende Vorsitzende Manfred Barg, die neue stellvertretende Vorsitzende Silke Delicat und der neue Vorsitzende Dietmar Benter. Foto: Dieter Niederheide
Syke - Von Dieter Niederheide. Aufatmen bei den über 300 Mitgliedern des Syker Kneippvereins: Sie haben in Dietmar Benter (65) einen neuen Vorsitzenden und in Silke Delicat eine neue stellvertretende Vorsitzende gefunden. Beide wurden jetzt auf der Jahreshauptversammlung des Vereins im Dorfgemeinschaftshaus Heiligenfelde einstimmig gewählt. 
Damit ist das Thema Auflösung vom Tisch, was für allgemeine Erleichterung sorgte.
Vor einem Jahr hatte Manfred Barg angekündigt, er werde ab 2019 nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden zur Verfügung stehen. Damals war kein Nachfolger in Sicht. Dazu kam, dass auch die 2. Vorsitzende Anneliese Kothe ihr Amt aufgab. 
Die Vereinsauflösung stand im Raum.
Vor der Wahl unterbreitete Dietmar Bentner den rund 60 Mitgliedern seine Vorstellung für die künftige Arbeit, die er im Sinne von Sebastian Kneipp und in Verbindung mit dem Wellness-Bereich umsetzen möchte. Es gelte, junge Mitglieder zu werben, um so die Existenz des Vereins für die Zukunft zu sichern. Angetan sei er von der familiären Atmosphäre des Kneippvereins Syke.
Dass er in große Fußstapfen tritt, wurde deutlich, als Manfred Barg als Vorsitzender verabschiedet wurde. Sogar ein Lied sangen ihm die Mitglieder. Heinz-Hermann Böttcher ließ die zwölf Jahre von Manfred Barg als Vorsitzender Revue passieren. Dabei wies er auf die diversen Tagesfahrten, Theaterbesuche und mehrtägigen Reisen hin, die Manfred Barg geplant hatte. 
„Es ist toll, was er geleistet hat", lobte Böttcher.
Barg selbst erwähnte die große Bedeutung des Kneippvereins im Gesundheitswesen der Stadt Syke, die sich mit den Angeboten Wassergymnastik, Yoga, Rückengymnastik und Seniorengymnastik widerspiegele. Dazu die Sparten Radwandem, Singen und Kurzwandern sowie die Nordic-Walking-Sparten.
Manfred Barg wird weiter das Programm der Tages- und Mehrtagesreisen ausarbeiten und hat für 2019 schon eine Reihe von Angeboten parat. Darunter am 8. Juni eine Dampferfahrt auf der Weser von Nienburg nach Minden und eine Fünf-Tage-Reise im August zum Kneipp-Kurort Bad Wörrishofen. Auch die beliebten Theaterfahrten nach Bremerhaven sind wieder dabei. 
Mit Wolfgang Blank gibt es Radwanderungen um das Zwischenahner Meer und den Werdersee.

Syker Kneipp-Verein benennt Jutta Filikowski 
zur Kita-Beauftragten


Kneipps Lehre den Kleinsten nahe bringen

Syke - Von Dieter Niederheide. Mit Jutta Filikowski hat der Kneipp-Verein Syke erstmals eine Kita-Beauftragte ernannt. Damit soll in den Kitas im Bereich des Kneipp-Vereins in Gang gesetzt werden, was bundesweit bereits in rund 400 Kindertagesstätten erfolgt ist. Sie wurden mit dem Zertifikat „Vom Kneippbund anerkannte Kindertagesstätten“ ausgezeichnet, in unserer Region beispielsweise in Sulingen und Bücken.
Dabei geht es darum, das Gesundheitskonzept nach Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 - 1897) den Jüngsten nahe zu bringen und den Kleinen mit Hilfe des Gesundheitskonzeptes spielerisch Grundlagen zur gesunden, naturgemäßen Lebensweise nach dem Prinzip moderner Gesundheitsförderung aufzuzeigen.
Vom Kinder- und Jugendreferat des Kneipp-Bundes heißt es dazu unter anderem: „Unsere Arbeit orientiert sich am gesunden Menschen. Die Kinder lernen, verantwortlich mit ihrer Gesundheit umzugehen“.
Was bedeutet diese neue Aufgabe für Sie?
Ich möchte damit einen Teil dazu beitragen, dass die Lehren von Pfarrer Sebastian Kneipp schon den Kleinsten aufgezeigt werden können. Kneipp heißt heute nicht mehr nur Wassertreten und ältere Leute. Beispiel ist das umfangreiche Gesundheitsprogramm unseres Kneipp-Vereins in Syke.
Wann werden Sie an die ersten Kindertagesstätten und Krippen herantreten um diese für die Aktion zu gewinnen?
Ich bin dabei, mich einzuarbeiten und werde an die Einrichtungen herantreten, wenn ich vom Kinder- und Jugendreferat des Landesverbandes die für mich notwendigen Unterlagen erhalten habe.
Wie können die Kindestagesstätten die Zertifikation durch den Kneipp-Bund erwerben?
Grundlagen zur ganzheitlichen Gesundheitsförderung nach Sebastian Kneipp bilden die fünf Wirkprinzipien.
Das sind....?
Um das Zertifikat zu erhalten, müssen in den Einrichtungen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Das Gesundheitskonzept soll in den Alltag der Kitas eingebunden sein. Dazu bietet die Sebastian-Kneipp-Akademie das Grundlagenseminar „Kneipp-Gesundheit für Kinder“ mit 40 Lerneinheiten an und befähigt das Kita-Team, das Gesundheitskonzept in die Tat umzusetzen.
Auszeichnung ist das Gütesiegel „Vom Kneipp-Bund anerkannte Kindertagesstätte“. Einbezogen werden auch die Eltern. 
Das Kinder- und Jugendreferat lässt wissen, dass Elternarbeit bei der Aktion einen besonderen Stellenwert einnimmt.
Im Gespräch mit Dieter Niederheide beantwortete Filikowski einige Fragen zum Thema.
Es gibt klare Vorgaben, um das Ziel zu erreichen, und die Erzieherinnen und Erzieher werden in der Kneipp-Lehre ausgebildet. Kindertagesstätten, die Interesse an dem Projekt haben, können sich gerne an mich wenden.
Was erwarten Sie und erhoffen Sie sich vom Kontakt zu den Kitas in der Region?
Begeisterung beim Mitmachen. Die Zielsetzung und Grundlagen der pädagogischen Arbeit in den Kitas sind umfassend. 
Kinder sind offen und neugierig, genau das nutzen die Kitas in ihrer täglichen Arbeit. Und auch das Gesundheitskonzept setzt hier an.
Was heißt das genau?
Das sind die Lebensordnung mit dem seelischen Wohlbefinden, ein Bereich, der den Kindern Struktur und Halt gibt. Ferner die Nutzung von Kräutern und Heilpflanzen, das heißt, die Natur in ihrer Vielfalt entdecken und zu begreifen. Weiter eine vollwertige, abwechslungsreiche Ernährung, ausreichende Bewegung an der frischen Luft und nicht zuletzt die natürlichen Reize, das heißt, Wasser als Überträger, also Barfußlaufen, kleine Güsse oder auch Waschungen.
Frau Filikowski, leben Sie selber mit oder nach den Lehren von Pfarrer Sebastian Kneipp?
Ich finde den ganzheitlichen Ansatz von Kneipp gut und lebe seit geraumer Zeit zu, sagen wir mal, 80 Prozent nach den Prinzipien von Kneipp, weil sie gut für Körper und Seele sind.

Die Lehre des Wasserdoktors

Jutta Filikowski, Grünen-Politikerin, ist die neue Kneipp-Kita-Beauftragte für Syke
Jutta Filikowski hat sich bestens über die Kneipp’sche Lehre - sowie die Kneipp-Kindergärten informiert. 
Foto: Janina Rahn Syke.
Er wird oft als Wasserdoktor oder Kräuterpfarrer bezeichnet:
Sebastian Kneipp, Naturheilkundler und bayerisch römisch-katholischer Priester, bekannt geworden für die gesundende Wirkung seiner Hydro-Therapie (Wasserkur mit Wassertreten). Selbst hatte er nach eigener Aussage seine Tuberkulose-Erkrankung durch das eiskalte Wasserbaden heilen können.
In Niedersachsen vertrauen 33 Kitas auf seine Gesundheitslehre. Sie sind sogenannte Kneipp-Kitas. In Syke hat sich Jutta Filikowski, Grünen-Politikerin, mit der Kneippschen Lehre vertraut gemacht und ist nun die Kneipp-Kita-Beauftragte für die Hachestadt und deren Umkreis.
Sie wird Kindertagesstätten, die „Kneipp werden möchten, helfen Kneipp zu werden.“ Aber auch, wenn ein Kindergarten erst einmal nur Informationen haben wolle, stehe sie als Ansprechpartner zur Verfügung. „Und auch, wenn ein bestimmter Kneipp-Verein sagt, er möchte ein neues Profil, werde ich mich dem annehmen“, so Filikowski. Die Theorien von Sebastian Kneipp hätten oft den Ruf, etwas verstaubt zu sein, doch gerade erlebe das Gesundheitskonzept, das auf fünf Elementen fußt, einen neuen Boom. Der Ablauf bis zur Zertifizierung als Kneipp-Kindergärten sei dabei der Folgende: „Gemeinsam mit den Kindergärten gehe ich zuerst in die Planung. Ich stelle, bei einer positiven Entscheidung für Kneipp, dann den Kontakt zu den Trägern her. Anschließend müssen die Erzieher geschult werden. Bis zur Zertifizierung dauert es dann noch zwei Jahre.“ Weniger Mobbing
Als Geschäftsführerin des Kultur- und Kunstvereins (KuK) Bruchhausen-Vilsen, kenne sie sich mit dieser Art der Kontaktvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit bestens aus, weshalb sie jetzt auch gerne Kneipp-Kita-Beauftragte geworden sei.

Doch nicht für jeden sei das Kneippsche Prinzip das Richtige. „Man muss es wirklich leben“, verdeutlicht Filikowski. Die Vorteile von Kneipp seien aber zahlreich. Denn schließlich sei die Basis des Kneipp-Kindergartens eine andere als bei anderen Kindergärten.
„Bei Kneipp achtet man aufeinander. Die Kinder lernen dadurch von Anfang an, ihre Ressourcen einzuschätzen.“ Und es werde direkt Gewaltfreiheit kommuniziert. Dadurch gebe es weniger Mobbing. Die fünf Elemente des Kneipp lauten Wasser, Bewegung, Ernährung, Lebensordnung sowie Kräuter und Heilkräuter.
Wasser ist laut Kneipp ein natürlicher Reiz. Er erzeuge eine Reaktion des Körpers - ein Kaltreiz sorge beispielsweise für eine Gefäßzusammenziehung. Was übersetzt eine Abwehrreaktion zur Erhaltung des Wärmegleichgewichts sei. Zum Element Bewegung sagte er: „Wenn das Wasser immer ruhig und stille steht, wird es bald faul, wenn ein Pflug nicht gebraucht wird, wird er bald rostig, wenn eine Maschine lange der Witterung ausgesetzt ist und nicht verwendet wird, so wird sie bald ihre Dienste versagen, sie wird zuletzt gebrechlich werden und zerfallen, ohne dass man sie gebraucht hat. Gerade so geht es mit dem menschlichen Körper.“ 

„Sicherlich ist Kneipp am stärksten für seine Wasser-Theorie bekannt, die anderen Elemente sind aber nicht minder wichtig“, findet die neue Kneipp-Kita-Beauftragte. Auf der Gesundheitsratgeber - Seite „Kneipp-Visite“ im Internet heißt es, in jedem zweiten Klinik-Bett liege ein emährungskranker Mensch. Der Erfolg von Büchern wie „Darm mit Charme“ von Medizinerin Giulia Enders gibt dieser These recht.
Dann ist da noch das Element Lebensordnung: Für Kneipp bedeutet diese Komponente, dass für ein gesundes Leben ein Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele vorhanden sein soll. „Wenn alles im Einklang ist geht es uns gut, durch Stress wird dieser Einklang gestört“, weiß Jutta Filikowski. Für sie sei das eine ganz wichtige Komponente, „denn in der heutigen Zeit leiden immer mehr Menschen an Burn-Out“. Für Kneipp gehört auch die Beziehung zum Herrgott, wie er ihn nennt, zur ganzheitlichen Lebensordnung. Das letzte Element „Kräuter und Heilkräuter“ geht davon aus, dass Heilpflanzen den Körper heilen.
Die Pflanzenwirkstoffe werden in Form von Tees und Tabletten über den Magen-Darm-Kanal zugeführt über Badezusätze der Haut oder der Lunge per Inhalation.
Alle Elemente müssen dann auch im Kneipp-Kindergärten vereint sein. So müsse sich der Kindergarten beispielsweise ein Wasserbecken anschaffen. „Darin treten die Kinder gemeinschaftlich im kalten Wasser“, so Filikowski. Anschließend könnten die Kleinen sich ihre Füße beispielsweise noch im Kräutergarten vertreten. Das wirke durchblutungsanregend, wie auch in zahlreiche Youtube-Videos über Kneipp-Kindergärten zu sehen ist. Interessierte Kindergärten können sich per E-Mail an juttafilikowski@gmail.com an die Kneipp-Kita-Beauftragte Jutta Filikowski wenden. „Ich würde mich sehr freuen, wenn wir in drei bis vier Jahren den ersten Kneipp-Kindergärten

Mit Stiefel und Stulle

Kneipp-Verein Syke stellt Wanderprogramm für 2019 vor
Über Stock und Stein: Sieben Wandererlebnisse hat der Knelpp-Vereln Syke Im Angebot (Symbolblld).
VON DOMINIK ALBRECHT
Syke. Unter dem Motto „Wissen, was gesund hält“ erstellt die Kneipp-Bewegung in diesem Jahr bundesweit ihre Programme. Auch die Syker Ortsgruppe wendet sich mit einigen Aktivitäten an Interessierte. Neu ist das Erlebnis-Wandern. Einmal im Monat können Wanderlustige sich für mehrere Stunden „rund um Syke“ in die Natur begeben.
„Nur derjenige, der weiß, was ihn gesund hält, kann aus dem verfügbaren Wissen Rückschlüsse für das tägliche Leben ableiten und so nachhaltig gesund bleiben und positive Lebensqualität langfristig erhalten“, weiß Dietmar Benter von den Syker Kneippern. Um eventuelle Wissenslücken zu schließen, hat sich in diesem Jahr eine neue Wandergruppe beim Kneipp-Verein Syke gegründet. Am Sonntag, 5. Mai, macht sie sich das erste Mal auf, um das „Frühlingserwachen im Hachetal“ zu bestaunen. Start der vierstündigen Tour ist um 11 Uhr am Parkplatz Zum Mühlenteich in Neubruchhausen. 
Unter der Leitung von Anni Wöhler-Pajenkamp soll der circa fünf Kilometer lange Scheunenwanderweg abgegangen werden.
Am 24. Mai steht der Bramstedter Glockenweg im Fokus. Los geht es um 14.30 Uhr am Bahnhof Syke, wieder mit Wöhler-Pajenkamp. Zur Stärkung ist ein Picknick im Bramstedter Göpel vorgesehen. Wer mehr Lust auf eine Führung beim Rosarium in Wachendorf sowie einen Besuch des Landhauses Wachendorf hat, markiert sich derweil den 29. Juni im Kalender. Treffpunkt ist hier der Parkplatz am Rosarium. Wieder einen knappen Monat später, am 27. Juli, steht ein Tagesausflug um Syke und Osterholz auf dem Plan. 
Der Vorsitzende Dietmar Benter rät: „Rucksackverpflegung mitnehmen für ein eventuelles Picknick unterwegs.“ Eine Stärkung wird so oder so benötigt, immerhin legt die Gruppe ab 10 Uhr eine Wanderstrecke von rund 18 Kilometern zurück. Und das unter der Leitung von Jürgen Heinrich und beginnend am Parkplatz dess Fahrrad-Fachgeschäfts Per Pedal.
Etwa gleich lang wird die Tour am 24. August. Dann geht es jedoch mit Jürgen Heinrich ab 10 Uhr durch Bruchhausen und Vilsen im Luftkurort. Wieder wird geraten, sich Pausensnacks mitzunehmen. Interessierte kommen am Tourismus-Service, Bahnhof 2 in Bruchhausen-Vilsen, zusammen. Vom Friedeholz nach Okel zum Palkieshof machen sich die Wanderfreunde am 14. September auf. „Am Palkieshof angekommen gibt es Informationen zur Permakultur“, verrät Dietmar Benter, der die Tour auch zusammen mit Jutta Filikowski leiten wird. Wer die Gruppe nicht verpassen möchte, sollte um 11 Uhr am Waldstadion im Friedeholz sein.
Im Oktober bleibt ausreichend Zeit zum Verschnaufen, bevor am 29. und 30. November ein letztes Mal in diesem Jahr die Wanderstiefel geschnürt und der Rucksack geschultert werden. Mit dem Duo Fillikowski und Benter wird die Feldmark erkundet und zu Mittag bei der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Westflügel eingekehrt. Wann und von wo, steht momentan allerdings noch nicht fest. Den Abschluss dieser Wanderserie bildet Ende Januar 2020 ein besonderes Winterwandern im Harz. 
Näheres dazu gibt auf www. kneippverein-syke.de.
Für jede der angebotenen Wanderungen (außer die Winterwanderung) wird eine Teilnahmegebühr in Höhe von drei Euro fällig. Weitere Auskünfte gibt Dietmar Benter unter der Telefonnummer 04242/5090651. 
Er nimmt auch Anmeldungen entgegen.

Syker Kneippverein weitet sein Angebot aus

Mit einer Fünf-Kilometer-Tour bei Neubruchhausen startet der Kneippverein Syke am Sonntag sein neues Angebot „Erlebniswandem mit Einkehr“.: Syke - Von Detlef Voges. 
Ernährung, Kochen, Heilfasten, Kräuterkunde, Heigln, Mantra-Singen, Qi Gong, Yoga, Progressive Muskelentspannung,... 
- Stünde es nicht schwarz auf weiß (pardon: grün) im aktuellen Faltblatt, man würde dahinter nicht automatisch das Programm des Syker Kneippvereins vermuten. Kneipp? Das war doch dieser Pfarrer, der die heilende Kraft der Natur propagierte. Das Wassertreten gehörte zum Lebensalltag unserer Eltern und Großeltern. Seine Philosophie von den fünf Säulen Wasser, Pflanzen, Bewegung, Ernährung und Balance bleibt auch in Syke nach wie vor die Basis der Marke Kneipp, erklärt Vorstandsmitglied Jutta Filikowski. Aber für die heutigen Jünger des Herrn Kneipp sind diese fünf Säulen kein Dogma. Sie haben die klassische Wasser-Marke kreativ erweitert. „Wir“, sagt Jutta Filikowski und meint damit auch den neuen Vorstand um den Vorsitzenden Dietmar Benter und seine Stellvertreterin Silke Delicat. „Wir wollen mit einer Programmerweiterung auch und besonders junge Leute gewinnen.“ Heißt zum Beispiel sportliche Angebote zu anderen Zeiten. Wann? „Abends“, erklärt Filikowski. 
Der Verein wolle damit Berufstätigen entgegenkommen. Geplant sind auch Angebote für Familien mit Kindern. Es geht um Gesundheit. Für die Kneippianer ein ganzheitlicher Ansatz. Deshalb haben sie längst auch andere Türen zum Wohlbefinden aufgestoßen. Darunter Yoga, Radfahren oder Rückengymnastik. Sonntag beginnt ein weiteres neues Angebot bei ihnen: „Erlebniswandem mit Einkehr“. Sieben Touren sind in diesem Jahr vorgesehen. Die erste startet am Sonntag um 11 Uhr in Neubruchhausen, am Parkplatz gegenüber dem Hotel Zur Post. Mit Anni Wöhler-Pajenkamp geht es auf einen rund fünf Kilometer langen Wanderweg auf der Suche nach dem „Frühlingserwachen im Hachetal“. Abschließend besteht noch die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken. Der Bramstedter Glockenweg (24. Mai) und das Rosarium in Wachendorf (29. Juni) sind die nächsten Ziele. Kräuter, Pflanzen und Natur stehen im Mittelpunkt verschiedener Führungen. Jutta Filikowski und Dietmer Benter leiten eine Tour am 14. September zum Palkieshof in Okel. Dort dreht sich der Alltag um Permakultur. 

Der Begriff setzt sich zusammen aus permant agriculture und zielt auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden natumahen Kreisläufen. Die umfassen längst auch Bereiche wie Energieversorgung, Landschaftsplanung und soziale Infrastrukturen. Pfarrer Sebastian Kneipp hätte sich bestimmt gerne mal dort umgeschaut. Immerhin hatte er selbst um 1855 als Beichtvater und Geistlicher im Kloster Wörishofen dort die Landwirtschaft des Klosters neu strukturiert. Er entwarf darüber hinaus ein Entwässerungssystem für nasse Wiesen, führte neue Klee-Sorten ein und unterwies die Schwestern im Veredeln von Obstbäumen und in der Imkerei. Auch bei der Ernährung, eine der fünf Säulen des Naturheilkundlers Kneipp, begibt sich der Syker Verein auf neue Pfade und plant unter anderem Kochabende. Damit das Essen bei den Kochabenden aber nicht in die Sackgasse und zum Verdruss führt, bieten die Syker Kneippianer neben der Bewegung auch das Heil-Fasten an. Der Klassiker Wassertreten besteht weiter. Die Wassergymnastik im Kneippbecken am Mühlenteich stärkt Gelenke, Sehnen und Rücken und kräftigt das Herz-Kreislauf-System. Offenkundig ein Angebot, das anspricht. Der Kneippverein Syke zählt aktuell etwa 300 Mitglieder.

Informatives Wandern

Der Kneipp-Verein Syke lädt zum „Frühlingserwachen im Hachetal“ ein
Bassum-Neubruchhausen. Lauscht man den Violinen in Antonio Vivaldis „Die vier Jahreszeiten*, dann erzielt das Einzelkonzert »La primavera“ - Der Frühling - jene Wirkung auf den Hörer, die der Syker Kneipp-Verein am Sonntag mit seiner Erlebniswanderung „Frühlingserwachen im Hachetal“ auf seine Teilnehmer hatte. Trotz einiger kurzfristiger Absagen, hat sich eine 15-köpfige Wandergruppe um Gästeführerin Anni Wöhler-Pajenkamp auf den Weg gemacht, um das Hachetal in Neubruchhausen mit seiner üppigen Vegetation und seinem baumreichen Forstbestand zu erkunden.
»Das ist es doch, was Kneipp gewollt hat. Das Füllhorn der Natur nutzen, um mit ihr und von ihr zu leben. Heute, in der modernen Zeit, nennen wir das Wellness“, beschreibt Dietmar Benter, Vorsitzender des Kneipp-Vereins Syke, die Veranstaltungsreihe „Erlebniswandem*. Er spricht mit leiser Stimme, als wolle er in der Natur niemanden stören.
Da unterbricht er seine Ausführungen, um den Worten von Wöhler-Pajenkamp zu lauschen. Sie erklärt den Teilnehmern gerade das Prinzip des von der Bassumer Agenda ausgearbeiteten Wandemetzes rund um Neubruchhausen. »Es sind immer so etwa sechs bis acht Kilometer lange Abschnitte, die auch mal nach einer Kaffeezeit bewältigt werden können“, sagt die Gästeführerin.
In Hachenähe zeigt sie später auf ein besonderes Kleinod. „Es sind ehemalige ,Stauwiesen‘, die an dem Hacheverlauf nach Bensen noch in ihrem Zustand wie vor 200 Jahren erhalten sind“, führt sie aus. „Die Wiesen waren in einem in Längs- und Querrichtung verlaufenden Grabensystem durchzogen. Die wie Beete dazwischen liegenden, rundgewölbten Wiesen konnten nach Bedarf durch Stauen der Hache überflutet werden. Die sich aus dem Hachewasser absetzenden Schwebstoffe waren ein wertvoller Dünger*, schließt Wöhler-Pajenkamp ihre Ausführungen über damalige landwirtschaftliche Kraftanstrengungen.
Botanische Besonderheiten
An den Wegesrändem werden die aus dem Winterschlaf erwachenden und zum Teil schon üppig wuchernden Blumen und Pflanzen bestaunt, die auch fachkundig beäugt werden. „Das ist eine Klette*, entdeckt Heinz-Hermann Böttcher aus Syke eine großblättrige Pflanze, „ihre Früchte sind mit einer Art stacheligen Widerhaken versehen, die an stoffartigen Kleidungsstücken gerne hängen bleiben“. Er vermutet: „Diese, zu den Korbblütern gehörende Pflanze, könnte der Namensgeber für den .Klettverschluss' gewesen sein.“
Im weiteren Verlauf der Wanderung, die an der Dreifaltigkeitskirche in Neubruchhausen begonnen hat, weiter über den Scheunenweg und vorbei am Scheunenviertel, dem Siebensternweg, dem Papenhauser Sunder und wieder zurück zum Scheunenweg führt, informiert Wöhler-Pajenkamp die Gruppenteilnehmer fortwährend über die botanischen Besonderheiten links und rechts des Weges. „Das hier ist Sauerklee. Hier wird sie als essbare Pflanze eher selten verzehrt. In Irland allerdings ist sie weit verbreitet“.
Unmittelbar bleibt sie stehen und sensibilisiert den Geruchssinn ihrer Gefolgschaft. „Hier müssen sie schnuppern. Ein intensiver Geruch von Nadelholz. Jetzt nach dem Regen und dem darauffolgenden Sonnenschein riecht man es deutlich“, sagt sie und schaut in die Wipfel der Douglasien.
Mit Informationen über vergangene und künftige ökologische sowie ökonomische Waldentwicklung endet eine Erlebniswanderung von besonderer Qualität. Abseits eines hektisch anmutenden Alltags ist das Eintauchen in eine erwachende Natur dem kneipp'schen Gedanken vollends gerecht geworden.

Glorreiche Tradition

Der 14. Mai ist Tag des Wanderns: Der SYKER-KURIER widmet sich dem beliebten Hobby vieler
Syke. „Es ist eine gefährliche Sache, aus deiner Tür hinaus zu gehen. Du betrittst die Straße und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen“, schrieb J.R.R. Tolkien, Autor von „Der Herr der Ringe“, und die Wanderungen seiner Helden führten sie wahrlich in die weite, oftmals für sie gefährliche Welt hinaus. Die Wandergruppe vom Kneipp-Verein Syke unter Leitung von Heinz-Hermann Böttcher schwebt weder in Gefahr, noch ist sie bisher so weit gewandert, aber dennoch versichert Böttcher mit Blick auf die Gebäude hinter dem nahen Grün: „Wir sind noch in Syke.“ Auf dem ersten Blick könnte man daran zweifeln. Oben auf dem Ringwall stehend und hinab zur Kreisverwaltung blickend fühlt man sich abgeschnittener vom Syker Alltag als gerechtfertigt. Selbst kurze Wandertouren eröffnen dem geneigten Wanderer neue Perspektiven.
»Es kommt mir darauf an, an der frischen Luft gemeinschaftlich unterwegs zu sein“, definiert Böttcher für sich das Wandern. Man könne zwar auch gut alleine wandern, aber das mache einfach viel weniger Spaß. Der 75-Jährige ist seit seiner Pensionierung vor 20 Jahren regelmäßig unterwegs, früher längere Strecken, heute eher kürzere, wie die Wanderung über eine Stunde im Syker Zentrum.
Doch was ist Wandern eigentlich wissenschaftlich betrachtet? Der deutsche Wanderverband definiert Wandern wie folgt: „Wandern ist Gehen in der Landschaft. Dabei handelt es sich um eine Freizeitaktivität mit unterschiedlich starker körperlicher Anforderung, die sowohl das mentale wie physische Wohlbefinden fördert.“ Charakteristisch für eine Wanderung seien: eine Dauer von mehr als einer Stunde, eine entsprechende Planung, die Nutzung spezifischer Infrastruktur sowie eine angepasste Ausrüstung. Ganz eng betrachtet gehen die Senioren in Syke also gerade eher Spazieren - doch spielt das gerade keine Rolle.
Das Erleben der Natur
Sowieso: Für Dietmar Benter, Vorsitzender des Kneipp-Vereins Syke, ist es das Erleben der Natur, das ihn hinauszieht. »Es geht mir ums Eintauchen in die Natur. Darum, ein Teil von ihr zu werden.“ Auf diesem Wege könne man auch auf kurzer Strecke ganz viel Einheimisches sehen und tue zudem noch etwas für seine Gesundheit.
„Syke ist ein tolles Wanderrevier, das früher auch von sehr vielen Bremern besucht worden ist, nachdem die ersten Züge regelmäßig fuhren*, erzählt Benter im Gehen und Böttcher ergänzt „genau, das war in den 1920er-Jahren“, ehe der Vorsitzende etwas sehnsüchtig endet: „Das kann auch gerne wieder mehr werden. Wandern hat in Syke eine glorreiche Tradition.“ Immer wieder hält die Gruppe auf der Wanderung auch zwischendrin an und der pensionierte Biologie-, Chemie- und Physiklehrer Heinz-Hermann Böttcher gibt kleine Wissensbissen zum Besten, zum Beispiel zum Schöllkraut: „Wenn einer Warzen hat, kann der Saft, der beim Aufbrechen der Stängel austritt, dabei helfen, sie absterben zu lassen.“ Beim Platz am Amtsgericht spricht der pensionierte Lehrer noch eine Warnung vor der Giftigkeit der Eibe aus. »An ihr ist alles giftig. Sie ist schön, aber bitte nichts von ihr Essen.“ Und auch allgemein gelte beim Wandern in der Natur so oder so folgender
Grundsatz, laut Böttcher: „Nur essen, was man wirklich kennt und weiß, dass es essbar ist.“ Die Gefahr, etwas Giftiges zu verzehren, sei ansonsten schlicht zu groß.
„Ja, weit kommt man in einer Stunde nicht“, schließt Heinz-Hermann Böttcher wenige Minuten später. Sein Gehstock klackt auf dem Gehweg am Kreissparkassenparkplatz. Die kurze Wanderung ist beendet. Zum Glück geht es beim Wandern nicht darum, anzukommen, sondern loszugehen. Oder wie Josef Hofmiller, ein deutscher Essayist und Gymnasiallehrer, des frühen 20. Jahrhunderts, es ausdrückt: „Wandern ist eine Tätigkeit der Beine -und ein Zustand der Seele.“
Dafür braucht es nicht viel Zeit, sondern nur die Bereitschaft und Überwindung zum ersten Schritt - wohin der führt, bleibt jedem selbst überlassen.